Berufsbild Social Media

11-18-2011

Bei einem meiner Vorträge zum Thema “Fashion meets Location Based Service” in diesem Frühjahr an der Berliner Journalistenschule, fragte mich eine der Teilnehmerinnen im Anschluss, ob ich ihr ein Interview zum Berufsbild “Social Media Manager” geben würde. Diese noch immer relativ neue Berufsbezeichnung ist nach wie vor nicht ganz unstrittig. Zum einen stellt sich immer wieder die Frage, was macht ein Social Media Manager eigentlich den ganzen Tag und zum anderen wissen Unternehmen oft nicht so ganz genau, worin sie diese Abteilung eingliedern sollen. Gehört Social Media zur PR oder zum Marketing? Ist Social Media eine eigene Abteilung, die autark arbeitet oder müssen sich unter Umständen alle genannten Bereiche eines Unternehmens miteinander vernetzen und kurzschließen, um die bestmöglichen Resultate für das jeweilige Unternehmen zu erzielen?

Ich denke, die Antwort ist sehr einfach und wir Social Media “Geeks” sind uns einig: Die einzelnen Abteilungen müssen sich zusammenschließen. Die beste Social Media Strategie nützt nichts, wenn man nicht weiß, welche Themen aus dem Bereich PR gerade kurz vor der VÖ stehen und was das Marketing als umgreifende Kampagnen geplant hat. Der Social Media Manager collaboriert also im besten Fall Hand in Hand mit allen Bereichen, so auch zum Beispiel mit dem Produkt-Management etc.

Denn natürlich ist es nicht so, dass der Social Media Beauftragte morgens ins Büro kommt, sich an der Stirn kratzt und fragt: “was poste ich denn heute?”, sondern hinter all dem steckt im Idealfall ein Redaktionsplan, der mit den genannten Breichen abgestimmt wird. Es steht ein Produktlaunch an, zu dem es eine Pressemeldung geben wird, hierzu hat sich das Marketing eine spannende neue Kamapgne überlegt? Social Media begleitet diese Schritte auf ihre eigentümliche “soziale” Weise und bringt es dem “Fan/Follower” nahe.

Das Produkt-Management verkündet ein Release-Update mit klaren Vorteilen für den Endverbraucher? Sicherlich ein spannendes Thema für Facebook, Twitter und co. Und wenn keine VÖs anstehen und neue Releases in der Pipeline stecken, müssen die Fans und Follower dennoch bei Laune und bei der Stange gehalten werden. Das tun viele Seitenbetreiber mit Gewinnspielen und locken somit scharenweise “Gewinntrolle” auf ihre Seite, die dann in regelmäßigen Abständen nach neuen Gewinnspielen fragen und somit eigentlich den Sinn und Zweck eines FANS ad absurdum führen. Dennoch eine handeslübliche Taktik. Meine Präferenz liegt im Erstellen von Inhalten, die eine gewisse Relevanz für den Fan haben, um somit eine loyale Userschaft zu generieren. Darum und um einige andere Dinge ging es in meinem Interview mit der Stiftung Warentest.

Natürlich umfasst Social Media Management noch viele weitere Aspekte, die über ein bloßes Comunity Management weit hinausgehen. Zum Beispiel kann Social Media bei Themen wie dem Recruitung von neuem Personal eine entscheidende Rolle spielen. Zudem nimmt der interne Einsatz von Social Media in Unternehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Tools wie Yammer oder Wunderlist oder andere customized Lösungen zur collaborativen Zusammenarbeit, sind heutzutage aus einigen Büros kaum noch wegzudenken.

Doch auch dieser Einsatz  muss sorgfältig geplant und vor allem kommuniziert werden. Das bedeutet eine transparente Einführung dieser Tools und vor allem eine Schulung der Mitarbeiter wird an dieser Stelle nötig, um eine breitenwirksame Akzeptanz der neuen Kommunikationsmittel zu erzielen. Auch dies können Aufgabenstellungen eines Social Media Managers darstellen. Zu allen genannten Bereichen ist antürlich stets eine genaue Beobachtung der Aktivitäten und damit erzielten Ergebnisse nötig. Das Monitoring ist an allen Stellschrauben unabdingbar, um Strategien anzupassen und vorher defininerte Ziele zu erreichen.

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Was macht für euch das Berufsbild eines Social Media Managers aus? Welche Ziele verbindet ihr mit euren Social Media Aktivitäten? Was sind die wohl wichtigsten KPIs und welche Monitoring Tools verwendet ihr? Ich gespannt auf euer Feedback!

About the Author

Die gebürtige Berlinerin Jeannine Koch (geb. Bahrke) ist diplomierte Medienberaterin. Im August 2010 beendete sie am Institut für Sprache und Kommunikation an der TU Berlin ihr Studium. In ihrer Abschlussarbeit behandelte sie das Thema „Über den öffentlichen Umgang mit privaten Daten am Beispiel Facebook“. Zudem studierte sie Anglistik/ Amerikanistik und Neuere Deutsche Philologie an der HU und TU Berlin sowie International Communication an der Macquarie University in Sydney, Australien. Nach ihrer Rückkehr 2009 arbeitete sie als Werkstudentin in der Telekom Dependance „Products & Innovation“ in Berlin und verantwortete bis Oktober 2010 den Bereich Social Media des Online TV Guides „tvister“. Von 2010 bis 2011 war sie Head of Marketing & Communications des Berliner Schuhlabels ZEHA Berlin. Seit 2012 ist sie bei der IGA Berlin 2017 zuständig für die Bereiche Marketing & Communications.

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Comments

  1. Lars Heinemann says: 29. Oktober 2012

    Die #ccb12 in Berlin ist optimal, um die Welt eines Social Media Managers einzutauchen, ein tolles Barcamp, welches am letzten Wochenende stattfand und am 26.10. – 28.10.2013 wieder in Berlin ausgetragen wird.

    Ich habe dort viele Leute kennen gelernt, die sehr viel Erfahrung im Bereich PR; Portal und Social Media haben. Sehr entspannt.

    Bis zur ccb13.

    Lars Heinemann
    CMO der Serienkarte
    Sponsor der ccb12

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